Kamelmarkt

 

Der Kamelmarkt von Al Ain, einst der berühmteste noch existierende Markt dieses Genres in den Emiraten, ist Anfang 2006 von seinem bisherigen Standort Hili erneut umgezogen und befindet sich mittlerweile weit außerhalb der Stadt im Al Ain Cetral Market hinter der Bawadi Mall, südlich der Stadt.

Der Kamelmarkt von Al Ain ist der berühmteste seiner Art in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Al-Ain ist die zweitgrößte Stadt des Emirats Abu Dhabi. Noch in den 70er Jahren war der Ort eine sehr kleine Oase.

Scheich Zayed bin Sultan, der Gründer der Vereinigten Arabischen Emirate, ist hier 1918 in einem Lehmpalast geboren. Damals war der Ort noch ein Dorf und die Bewohner lebten hauptsächlich vom Verkauf der Datteln, die hier üppig wachsen. Heute hat die Stadt stolze 350 000 Einwohner, eine Universität, den größten Zoo und das größte Fußballstadion der Arabischen Halbinsel.

Unlängst ist der berühmte und traditionsreiche Kamelmarkt aus der Stadt Al Ain auf ein großes Wüstengelände außerhalb umgezogen. Der neue Standort ändert nichts daran, dass Europäer, sobald sie aus dem Bus oder Taxi steigen, in eine faszinierende Welt versetzt werden, die an die Zeit der Beduinen erinnert

In brütender Hitze, bei Temperaturen um die 40 Grad, sitzen die Kamelhändler allein oder in Gruppen im Wüstensand, preisen ihre Tiere an und warten auf Kunden. In der Luft liegt ein warmer Geruch, der die Tiere ankündigt, noch bevor man sie sieht. Eigentlich müsste der Kamelmarkt „Dromedar-Markt“ heißen, denn um diese einhöckrigen Tiere handelt es sich hier. Die zweihöckrigen Kamele gibt es in dieser Region nicht.

Soweit das Auge reicht stehen Dromedare aller Farben und Rassen. Die schwarzen Tiere stammen aus Saudi Arabien, die braunen aus Afghanistan und die hellen aus dem Sudan. Auch Schafe, Ziegen und Federvieh werden hier lauthals angepriesen.

Doch es gibt einen großen Unterschied zu den alten Zeiten der Beduinen. Wo die Dromedare früher zwingend als Transportmittel in der Wüstenregion gebraucht wurden, fahren heute Geländewagen. Die Tiere werden zu ganz anderen Zwecken verkauft. Sie können nicht nur schwere Güter tragen, sondern sind auch in der Lage, sehr schnell zu laufen.

In den vergangenen Jahren hat - nicht nur in Dubai - der Kamelrennsport eine große Bedeutung erlangt. Kamelrennen liegen voll im Trend und die Herrscher der Wüstenregionen geben immense Summen für ihre „Stars der Rennbahn“ aus. Manche Tier kosten mehrere hunderttausend Dollar.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten werden an jedem Wochenende Wettkämpfe veranstaltet, zu denen die Zuschauer in Scharen strömen. Die Wettkampf-Saison startet immer im Oktober und zieht sich bis in den April. Ähnlich wie beim Pferderennen treffen sich hier die Reichen und Mächtigen des Landes. Um die 50 Tiere gehen pro Rennen an den Start.

 

 

 

Die Strecken sind etwa zehn Kilometer lang. Anders als ihre europäischen Sportkameraden, die Pferde, haben Dromedare allerdings ihren eigenen, recht störrischen Kopf. Es kommt vor, dass sie partout nicht laufen wollen, was immer wieder zu lustigen Szenen führt, bei denen sich die Besitzer die Haare raufen und furchtbar fluchen.

Ein weiterer Trend in Sachen "Kamel" macht sich in jüngster Zeit in Dubai breit. Hier gibt es seit einigen Monaten die weltweit erste Farm für Kamelmilch. Auch hier kämpft man mit dem eigenwilligen Charakter der Tiere. Wenn sie nicht gemolken werden wollen, schließen sie ganz einfach ihre Milchdrüsen und keine Melkmaschine der Welt hindert sie daran.

Kamelmilch soll bis zu fünfmal mehr Vitamin C und wesentlich weniger Fett enthalten als Kuhmilch. Mittlerweile gib es in den Supermärkten schon Kamelmilch verschiedener Geschmacksrichtungen in Tüten.

Auf dem Kamelmarkt in Al Ain ist von dieser neuen Entwicklung allerdings nur wenig zu sehen. Die Tiere hier gehören nicht zu den edlen, teuren Wettkampf-Dromedaren, die in den Herrscherhäusern gezüchtet werden, sondern werden hauptsächlich als Fleisch- und eventuell noch als Milchlieferanten betrachtet.

Das ein oder andere Tier wird hier sicher auch für eine Handvoll Scheine den Besitzer wechseln, um künftig Touristen auf Safaris durch die Wüste zu tragen.

Die Händler auf dem Kamelmarkt erkennen Touristen natürlich auf den ersten Blick und keiner von ihnen käme auf die Idee, Europäern ein Dromedar verkaufen zu wollen. Dennoch haben sie sich andere Wege erschlossen, um an das Geld ihrer Kunden zu kommen.

An jeder Ecke bieten sich „Guides“ an, die den Besucher herumführen und den Markt und seine Besonderheiten erläutern wollen - meist in englischer Sprache. Ausweichen kann man den hartnäckigen Angeboten kaum, aber um den Preis für die Dienstleistung sollte man feilschen. Es handelt sich schließlich um einen Markt.

Der Kamelmarkt in Al Ain hat an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Es bietet sich allerdings ein Besuch am Wochenende - vornehmlich am Freitag - an, denn dann ist „offizieller Markttag“ mit zahlreichen Besuchern.

 

 

 

 

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